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                                                                                                                      Meiner lieben Frau, meinen Kindern, Enkeln und Urenkeln zugeeignet

Die Ortsgeschichte
von Christian Gortner


I. Lage des Ortes und Naturgegebenheiten


Die Lage eines Ortes bestimmt zu einem wesentlichen Teil auch dessen geschichtliche Entwicklung. Es wäre deshalb verfehlt, wollte man diese bei der Betrachtung der Ortsgeschichte außer acht lassen.
Thaleischweiler-Fröschen liegt ungefähr sieben Kilometer (Luftlinie) nördlich von Pirmasens im Schwarzbachtal. Während sich der Ortsteil Thaleischweiler auf einer sonnigen Terrasse am Südostabhang der Sickinger Höhe ausbreitet, erstreckt sich der Ortsteil Thalfröschen auf der gegenüberliegenden Seite des Schwarzbachs. Von den Höhen, die das Tal umgeben, hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Dorf.
Geologisch gehört der Ort zur südwestpfälzischen Hochfläche, die auf den Höhen mit Mergel bedeckt ist, unter dem der obere und mittlere Buntsandstein lagert, der bis auf die Talsohle reicht. Die breiten, langgezogenen Höhenrücken links und rechts des Schwarzbachs bieten die Grundlage für eine gesunde Landwirtschaft. Die sanfter abfallenden und mit tonigem Sand bedeckten nördlichen Bergrücken tragen Wiesen und Äcker, die steileren sind mit Wald bewachsen. Der südliche Hang rechts des Schwarzbachs weist infolge seiner sonnigen Lage zahlreiche Obstkulturen auf. Sie verleihen dem Ort im Frühjahr während der Baumblüte einen reizvollen Anblick.
Am Fuße der Hänge tritt oft der Buntsandstein zutage. Er zeigt sich besonders an der Durchgangsstraße und hier wieder am deutlichsten am östlichen Ortsausgang. Im Volksmund wird dieser für den Ort charakteristische Teil heute noch „die lange Fels" genannt. Auch die Gewanne „Obig der Langfels" hat hiervon ihren Namen. Die gleiche Bodenbeschaffenheit findet man im Ortsteil Thalfröschen auf der linken Seite des Schwarzbachs. Die Talsohle liegt ungefähr 260 Meter über dem Meer, während die höchsten Erhebungen der Bergrücken bei 390 Meter liegen.
Die Oberflächenformen sind in erster Linie auf die Tätigkeit des fließenden Wassers zurückzuführen, das tief eingeschnittene Seitentäler, sogenannte Klammen, hinterlassen und den Boden bis auf den Buntsandstein abgetragen hat (Allspacher-, Rieslocher-, Kühbrunner- und Dinkelfelder Klamm). Dadurch sind oft kleine Wasserfälle wie in der Rieslocher Klamm entstanden (Naturdenkmal Saufels).
Der Schwarzbach hat sich vor seiner Begradigung (1855/56) in vielen Windungen träge durch das Tal geschlängelt. Die Folgen davon waren besonders während der Herbststürme große Überschwemmungen, bei denen das ganze Tal unter Wasser stand und einen einzigen, großen See bildete. Dadurch war das Tal vollkommen versumpft. Gewannennamen wie „Im nassen Eck", „Im Bruch", „In den Kothwiesen" deuten heute noch darauf hin. Dieser Zustand änderte sich durch die vorhin erwähnte Begradigung, besserte sich aber grundlegend erst durch die Tieferlegung des Bachbetts in den Jahren 1931/32.
Durch die Lage auf der schmalen, felsigen Terrasse über dem versumpften Tal konnte sich der Ort nicht frei entwickeln. Die Ausbreitung war nur entlang der Straße am Fuß der beiden Hänge möglich. Die Entwicklung zu typischen Straßendörfern war daher von vornherein für die beiden Ortsteile festgelegt. Erst die Begradigung und die Tieferlegung des Bachbetts des Schwarzbachs schufen die Voraussetzungen für eine Bebauung der Tallagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden im Ortsteil Thaleischweiler auf dem Galgenhübel und in den Griesäckern und im Ortsteil Fröschen im Langental, in der Leimenkaut und auf dem Katzenkopf neue Siedlungen, durch die sich die beiden Ortsteile etwas in die Breite ausgedehnt haben. Trotzdem ist das typische Charakterbild zweier Straßendörfer erhalten geblieben.

Klima:

Unsere Gegend gehört wie die ganze Bundesrepublik zur gemäßigten Zone, mit nicht zu kalten Wintern und nicht zu heißen Sommern. Normalerweise regnet es das ganze Jahr über, wenn auch des öfteren im Frühjahr und Herbst größere Niederschlagsmengen fallen als in den beiden anderen Jahreszeiten. Obwohl der Höhenunterschied zwischen Tal und Höhe nur 130 Meter beträgt (Bahnhof 260 m, Fürst 390 m über dem Meer), sind die Wetterverhältnisse doch ziemlich verschieden. Auf der Höhe fallen zum Beispiel bedeutend mehr Niederschläge als im Tal. Der Mittelwert derselben betrug in den Jahren 1931-1980 im Tal bei 280 m über NN 871 Liter pro qm, während er bei 375 m bei 904 Liter/qm lag. Die niederschlagsreichsten Jahre waren 1941 mit 1218 1/qm und 1965 mit 1205 1/qm. Die niederschlagsärmsten waren 1953 mit 569 1/qm und 1959 mit 568 1/qm, das sind weniger als die Hälfte der regenreichen Jahre.
So verschieden wie die Niederschlagsmengen sind auch die Windverhältnisse zwischen dem Tal und den Höhen. Während der Ort durch die Tallage gegen die Winde weitgehend geschützt ist, fegen die Stürme auf der Höhe über die Felder und Wiesen. Der Winter stellt sich auf der Höhe früher ein als im Tal, wo der Schnee meistens gleich wieder taut, und im Gegenteil zu früher, selten länger liegen bleibt. Die Winter waren in früheren Jahren wesentlich strenger. Der Schnee lag oft von November bis in den März.
Die Temperaturen haben sich offensichtlich in den letzten 50 Jahren erhöht. Wenn man das mittlere Minimum der Lufttemperatur von 1951-1980 betrachtet, dann liegt es bei + 4,8° C, während das mittlere Maximum für den gleichen Zeitraum bei 13° C liegt. Die höchste Lufttemperatur wurde am 1. Juli 1952 mit 35,4° C und die niedrigste am 2. Februar 1956 mit — 21,7° C, beides in 280 m Höhe gemessen.
Nachstehend eine kurze Übersicht über Temperaturen und Niederschlagsmengen für Thaleischweiler-Fröschen:

 Pflanzen- und Tierwelt:
Wenn man die Tabelle über Lufttemperatur und Niederschläge einer näheren Betrachtung unterzieht, kommt man zu dem Ergebnis, daß unser Klima in normalen Jahren eine günstige Voraussetzung für den Pflanzenwuchs bietet. Dies trifft sowohl für unsere Kulturpflanzen als auch für unsere heimischen Baumarten sowie für die wildwachsende Flora zu, die sehr mannigfaltig ist. Allerdings sind hier verschiedene Arten im Aussterben begriffen.
An Getreidearten werden hauptsächlich Roggen, Weizen und Hafer und in letzter Zeit in verstärktem Maße Gerste angebaut, die als Braugerste Verwendung findet. Durch die Abnahme der Pferdehaltung ging auch der Haferanbau zurück. Von den alten Getreidearten ist der Dinkel, auch Spelz genannt, vollkommen verschwunden.
Daneben wurden in früheren Zeiten Hanf und Flachs (Lein) zur Herstellung von Stoffen und Raps (Kohl) zur Gewinnung von Speiseöl angebaut. Heute sind sie mit Ausnahme von Kohl, der noch zur Grünfütterung verwendet wird, verschwunden.
Die Kartoffel hat sich seit ihrer Einführung um 1700 zu einem unentbehrlichen Volksnahrungsmittel entwickelt. Sie hat mitgeholfen, den Bevölkerungszuwachs im 19. Jahrhundert zu ermöglichen. Außerdem wurde sie schon sehr früh als Viehfutter, besonders zur Schweinemast verwendet.
Unsere Wälder bestehen zum großen Teil aus Mischwald, in dem sich Buchen, Eichen, Birken, Kiefern, Tannen und Fichten sowie Lärchen abwechseln. Daneben finden sich Ahorn, Erlen, Eschen und in den Niederungen Pappeln und verschiedene Weidenarten. An Obstbäumen findet man hauptsächlich Apfel-, Kirschen-, Birnen- und Zwetschgenbäume.
Unter den Nutz- und Haustieren ist das Rindvieh am zahlreichsten vertreten. In letzter Zeit hat die Schweinezucht einen bedeutenden Aufschwung genommen, Hund und Katze sind stark vertreten. Dagegen ist seit der Einführung der Maschinen und der Traktoren in der Landwirtschaft die Pferdezucht stark zurückgegangen. Schafe, die früher noch in großen Herden gehalten wurden, findet man heute nur noch als „Rasenmäher". Genauso verhält es sich mit den Ziegen. An jagdbarem Wild sind die Rehe zur Zeit wohl am stärksten vertreten. Hasen sind ebenfalls noch vorzufinden, ebenso Wildschweine, die in unserer Gegend aber selten geworden sind. Bei den Raubtieren überwiegt der Fuchs, der Dachs ist seltener vertreten. Als Verbreiter der Tollwut wurde der Fuchs in den letzten Jahren stark bekämpft, indem man die Fuchsbauten vergaste. Iltis, Marder und Wiesel sind selten geworden. Von den Vogelarten finden sich als Greifvögel Bussard, Sperber, Milan und verschiedene Eulenarten. Als Klettervögel sind zahlreiche Spechtarten heimisch. Von den Singvögeln sind die Finken-, Meisen- und Ammerarten, die Feldlerchen, Rotkehlchen, Rotschwänzchen, Amseln, Drosseln, Bachstelze, Schwalben, Dompfaff, Zaunkönig, Stare sowie verschiedene Krähenarten vorhanden. An Hühnervögeln ist das Feldhuhn bekannt. In den letzten Jahren wurde auch der Fasan wieder heimisch, ebenso hat sich die Wildente sowie der Graureiher im Schwarzbachtal wieder eingestellt.
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