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Das Schloßhännesche


Eine Spukgeschichte vom Steinenschloß- Von Friedrich Lüder (Buche 750 Jahre Thaleischweiler-Fröschen)


Die Erinnerung an das Schoß halten Geister- und Spukgechichten im Volksmund wach, die über Generationen von Großeltern und Elnkeln erzählt wurden. Anlaß hierzu gab wohl das Ruinenfeld der überwucherten Quader, wo Bäume und Dorengestrüpp den Zugang erschwerten, aber dem Schloßkasper und seinen Gehilfen ein Geisterdasein ermöglichten. Das "Schloßhännes`che" als Hüter der verborgenen Schätze haust in einer Felsenhöhle unterhalb der Ruine am Südhang des Burgberges. Die folgende Begebenheit hat Albert Weis im Heimatkalender des Pirmasenser und Zweibrücker Landes Jahrgang 1973, niedergeschrieben.

"Wie sehr die Sage in der Gegend heute noch lebendig ist, zeigt ein Vorkommnis in den letzten Jahrzentendes vergangenen Jahrhunderts. Saßen da eines Abends einige Bauern am Wirtstisch zusammen und am Nebentische, aber in Hörweite des Velten, des Feldschätzen der Gemeinde. Das Gespräch der Bauern sickerte so langsam, um nicht langweilig zu sagen, dahin. Da entdeckten sie den alten Velten, wie er angestrengt die Ohren spitzte, daß ihm ja nichts, was am Nebentisch gesprochen wurde entging. Schltzohrig, wie sie waren, brauchten sich die Bauern nich lange zu verständigen. Der muß hereingelegt werden. Bald kam das Gespräch auf das alte Steinenschloß. Auch das "Schloßhännes`che" war bald im Gespräch das, wie sie sagten, es jetzt gerade wieder recht arg treibe. Untat über Untat wurde erzählt. Jeder wußte mehr als der Nachbar. Auch auf den Goldschatz im Berge kam man. Da wurden die Bauern zunächst einsilbiger, als wollten sie etwas verhehlen.Als sie aber merkten, wie der Velten nebenan leise näherrückte und seine Ohren immer länger wurden, da schauten sie sich mit verstholenem Lächeln an und wußten, wieviel die Uhr geschlagen hatte. Leise, oft nur hinter der vorgehaltenen Hand, ging die Unterhaltung weiter, von der nur die nötigen Brocken an Veltens Ohr drangen. Da war die Rede davon, daß morgen Vollmond sei, daß man um Mitternacht in der Mitte des Burghofes bei der alten Eiche ganz still, ohne zu sprechen  und zu spucken, graben müsse. Es gab noch viele Wenn  und Aber. Velten aber hatte genug gehört. Er nahm seinen Schützenhut und verschwand durch die Tür der Wirtsstube. Beinahe hätte er seinen sonst so devoten Gruß vergessen.
Kaum hatte sich die Tür hinter dem Schützenvelten geschlossen, da erschallte am Bauerntisch ein mächtiges Gelächter. Da hatten sie mal wieder einen Leichtgläubiigen richtig hereingelegt.
Am nächsten Tag versah Velten sein Schützenamt wie immer. Innerlich aber erfüllte ihn eine ganz besondere Unruhe, die seine Gedanken ganz verwirrte, und oft sah er von der Hohen First oder vom Moschelberg hinüber zum Schloßwald, hinter dessen Baumwipfel die oberste Kante des Turmes zu erkennen war.

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