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Holtzbrunnen

Buch 750Jahre Thaleischweiler - von Christian Gortner

Der vierte Brunen war der sogenannte "Holtzbrunnen so eine Viehtränck". Die Lage desselben wird folgendermaßen beschrieben: „1) Die gemeinschaftlich Scheid (Grenze), 2) neben dem allein Leiningisch, oben und unten eine Clamm". Bei diesem Brunnen handelt es sich zweifelsfrei um den heutigen „Kühbrunnen" an der „Kühbrunner Klamm". Das frühere sogenannte „Buchholtz" war im Privatbesitz der Grafen von Leiningen, also „allein Leiningisch". Die Grenze verlief vom Birnteich den Weg aufwärts zum heutigen Feldkreuz, den Herschberger Weg abwärts, durch die Klamm, dem Rinnsal entlang bis zur „Fischweiler Brück" am alten Lauf des Schwarzbachs (ungefähr bei der Einmündung der Schwarzbach- in die Kronenstraße). Dies war der Verlauf der gemeinschaftlichen Grenze (Scheid), von der in der Beschreibung die Rede ist. Der Zusatz „oben und unten eine Clamm" beseitigt alle Zweifel (siehe Skizze 2, heutige Plan-Nr. 365). Der Name „Holtzbrunnen" wird bereits in einer Grenzbeschreibung aus dem Jahre 1537 erwähnt. Der Brunnen kann im Jahre 1987 auf sein 450jähriges Bestehen zurückblicken. Der Ursprung des alten Namens „I-ioltzbrunnen", wie er uns in der Urkunde von 1537 bereits begegnet, kann nur vermutet werden. Vielleicht leitet er sich von jenem leiningischen „Buchholtz" ab, dessen Grenze hier vorbeilief. Er könnte ursprünglich „Buchholtzbrunnen" geheißen haben, der dann im Volksmund abgekürzt nur „Holtzbrunnen" genannt wurde. Den heutigen Namen „Kühbrunnen" hat er schließlich durch das Tränken der Kühe erhalten, die auf ihrem Weidegang hier getränkt wurden.
Dieser schon vor 450 Jahren genannte Brunnen war, obwohl er im Jahr 1950 schon einmal instandgesetzt wurde, dem Verfall preisgegeben. Die Quelle mit der Brunnenkammer liegt etwa 40 Meter weiter oben in der Klamm. Die Kammer war undicht geworden, das Quellwasser lief in die Klamm, und der Brunnen versiegte. Um diesem unerfreulichen Zustand ein Ende zu bereiten, haben sich einige Anwohner vor drei Jahren entschlossen, den Brunnen in Gemeinschaftsarbeit wieder instandzusetzen, um ihn vor dem gänzlichen Verfall zu bewahren. Mit diesem Entschluß wurde ein Stück Ortsgeschichte in die Gegenwart herübergerettet. Heute speit ein Hahn (fälschlicherweise als Symbol des „Hahnens", einem Gewannennamen gedeutet) das Wasser in hohem Bogen in einen der beiden Steintröge. Mit hochgestrecktem Hals schickt er anstatt seines „Kikerikiki" einen Wasserstrahl gen Himmel.

Der Holtzbrunnen wurde wieder zum Leben erweckt und verschönt heute das Ortsbild „Am Hahnen".


 

Johannesbrunnen_skizze_400
Lageplan Holtzbrunnen

 

 Siehe auch Kühbrunnen am Hahnen- hier clicken!!!

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