ShowcaseImage

Kath. Pfarrgemeinde   (Buch 750 Jahre Thaleischweiler-Fröschen)

Von Dekan Monsignore Wolfgang Simon

Vorgeschichte unserer Kirche

Die Gemeinde Thaleischweiler-Fröschen, im Schwarzbachtal gelegen, wurde 1969 durch Zusammenlegung der Dörfer Thaleischweiler und Thalfröschen gebildet. In ihren Anfängen geht sie bis in die Römerzeit zurück. Römische Soldaten scheinen auch das Christentum gebracht zu haben. Organisiert wurde die Christianisierung von den „Söhnen" des heiligen Pirminius. Sie sollen sich um das Jahr 850 Benediktiner am hiesigen Ort niedergelassen und einen Klosterhof gegründet haben. Er wurde im Gebiet der heutigen protestantischen Kirche erbaut. Um 900 soll eine Kapelle im Eichwald erbaut und um 1225 am linken Ufer des Schwarzbaches in der Meisenbach zu Ehren des heiligen Cyriakus eine Kapelle errichtet worden sein. Die Statue des heiligen Cyriakus aus dieser Kapelle befindet sich heute in Großsteinhausen. Diese Kapelle war in gotischem Stil erbaut und ist seit etwa 200 Jahren dem Zerfall preisgegeben. Erst in den letzten Jahren wurde durch die Junge Union mit Hilfe der politischen Gemeinde versucht, den weiteren Zerfall zu verhindern.
Der wichtigste kirchliche Bau der Benediktiner war die Erbauung der Pfarrkirche zu Ehren der heiligen Nothelferin Margaretha um das Jahr 1238. Von dieser Kirche, ebenfalls im gotischen Stil erbaut, hat sich nur die Sakristei bis in unsere Zeit erhalten, die sich an der Südseite der protestantischen Kirche befindet. In der Kirche befanden sich ein Muttergottesaltar und ein Michaelsaltar. Letzterer hatte auch noch den heiligen Nikolaus zum Patron.
Im Jahre 1249 übertrugen der Abt und die Konventualen des Klosters Hornbach ihr Recht an der Kirche an das Nonnenkloster St. Magdalena in Zweibrücken. Der Pfarrbezirk dieser Kirche war ziemlich ausgedehnt. Mehrere Dörfer sind vollständig untergegangen.
Nach der Auflösung des Nonnenklosters im Jahre 1449 gingen dessen Rechte an den Pleban von Zweibrücken über. Im Jahre 1570 wurde die Reformation eingeführt und die Pfarrei in eine lutherische umgewandelt. Der letzte katholische Pfarrer war Heinrich Castratorius 1549-1570, der erste protestantische Pfarrer Johann Senft 1570-1583.
Doch schon bald verwüstete 1611 ein Brand die Kirche. Nur der untere Teil des Turmes und die Sakristei blieben erhalten. 1619 ersteht sie wieder aus den Trümmern. Doch der Dreißigjährige Krieg hinterläßt auch hier seine Spuren. 1632 werden die Klostergebäude, die Kirche und der Ort fast ganz dem Erdboden gleichgemacht. Die Sakristei blieb auch diesmal wieder erhalten und ist so Zeuge für das ursprüngliche Gotteshaus, das der heiligen Margaretha geweiht war.
Um das Jahr 1730 wurden Thaleischweiler und Thalfröschen Filiale von Rodalben, das zum Dekanat Hornbach und dem Bistum Metz gehörte. Kurz nach der Französischen Revolution wird die Pfarrei Rodalben aufgeteilt. 1802 wird Thaleischweiler Filiale von Maßweiler, das von dort an als vorher von Nünschweiler mitgeführte Pfarrei, wieder selbständige, regelmäßige besetzte Pfarrei der Diözese Mainz wird, ab 1821 zur Diözese Speyer gehörend. Thalfröschen wird Filiale von Fehrbach, das ebenfalls von dort an wieder selbständige Pfarrei der Diözese Mainz, ab 1821 der Diözese Speyer wird. Dieser Zustand bleibt nun bestehen bis zum Jahre 1941.
Im Jahre 1802 wohnten in Thaleischweiler 98 Katholiken, im Jahre 1931 bei der Einweihung der neuen St.-Margarethen-Kirche 504 und 1941 in Thaleischweiler und Thalfröschen 750.
Die Pfarrer von
Rodalben
 1724 Franz Georg Metzger  
 1749 Josef Antoine  
 1768 Johannes Sebastian Pfeiffer 
Maßweiler Fehrbach
1802  1802 Martin Büchelberger

1810 Johann Mayer 

1816Johann Meyer
1819 Johann M. Klein 

1826 Joh. Mich. Schang (Admin.)
1829 Jakob B. Reinig 

1832 Michael Pfeindtner
1835 Leonhard Poschacher 

1835 J. Hemmer
1838 Joseph Grimm 

1847 Jakob Stockmayer
1861 Joseph Reddert 

1859 Dr. Jeul Josef Nardini (Admin.)
1863 Wilhelm Horn 

1861 Karl Elblein
1865 Josef Rolef 

1867 Johann Fr. Höffler
1868 Carl Wiehn 

1880 Dr. Karl Lederer
1878 Philipp Schrimpf 

1887 Johann Eisen
1884 Georg Müller 

1895 Servatiu Müller
1889 Jakob Lebon 

1898 Franz J. Hock
1891 Andreas Kuntz 

1908 Josef Schröder
1893 Leopold Herrmann 

1924 Carl Beck
1909 Franz Bold 

1933 Karl Matheis
1918 Joseph Poth 

1952 Gerhard Wagner
1922 Otto Martin 

1955 Josef Heß
1936 Friedrich Wallacher

1945 Joseph G. Ziegler

1951 Franz Steidel Thaleischweiler
1941 Alois Kruppenbacher (Exp.)

1951 Leo Köller
1957 Emil Bayer (ab 1958 Kurat)

1961 Alfons Bungert, Pater Neumann

1964 Wolfgang Simon (verstorben 2.6.1994)
1964 - 31.10.2005 Wolfgang Emanuel

1.11.2005 Manfred Leiner

 

   a-kathPfarrhaus-1
Kath. Kirche - Bild aus dem Buch - Thaleischweiler-Fröschen- "Bilder aus vergangenen Tagen" Kath. Pfarhaus

Kirchgang Anno dazumal

Die Katholiken von Thaleischweiler und Thalfröschen mußten, wollten sie den Gottesdienst besuchen, nach auswärts marschieren; die von Thaleischweiler eine Stunde zu ihrer Pfarrkirche nach Maßweiler, die von Thalfröschen sogar bis nach Fehrbach. Es war ein Weg über den Berg, natürlich ging es stets auf Schusters Rappen, öffentliche Verkehrsmittel gab es ja nicht, und wer besaß schon eine eigene Fahrgelegenheit. Ja, und sie waren alle unterwegs, jeden Sonntag, bei Hitze und Kälte, bei Regen, Glatteis und Schnee. Wer gesund war und laufen konnte, versäumte es nicht, in der Pfarrei zum Gottesdienst zu gehen. Heute, wo zwar die Parkplätze, ohne die es anscheinend nicht mehr geht, gefüllt, dafür aber die Bankreihen nur noch dünn besetzt sind, kaum mehr vorstellbar. Vielen ist der Weg, meist ein paar Minuten nur, schon zuviel geworden. Im Sommer und bei gutem Wetter war der Kirchgang natürlich eine schöne Sache, meist war er die einzige Abwechslung nach einer langen Arbeitswoche. Oft aber war er mit großen Strapazen verbunden. Lassen wir eine Zeugin aus der Zeit vor der Kirchweihe vor fünfzig Jahren zu Wort kommen. Die heute Achtundsiebzigjährige hatte fast ein Vierteljahrhundert lang den Weg zur Pfarrkirche Maßweiler zurückgelegt und erinnert sich:
„Sobald wir in die Schule gekommen waren, marschierten wir mit den anderen sonn- und feiertags nach Maßweiler. Im Sommer machte dies viel Freude, ganze Familien machten sich bei Tagesanbruch auf den Weg. Wir Mädchen und Buben rannten natürlich stets hin und her, wie es die Jugend eben tut. Die Erwachsenen waren ständig besorgt um uns, weniger deshalb, daß uns was zustoßen könnte, denn Autos oder andere Fahrzeuge waren damals keine unterwegs, sondern daß unserem „Sonntagsstaat" etwas passieren könnte, die meisten von uns hatten ja nur ein einziges „gutes Stück".
Oft trafen sich die Besucher der Frühmesse unterwegs mit denen, die ins Hochamt wollen, eine Vorabendmesse gab es ja auch noch nicht. Schlimmer war es natürlich bei schlechtem Wetter und im Winter. Man hatte nicht wie heute alle möglichen Schutzkleider, oft kam man völlig durchnäßt und durchgefroren in die ungeheizte Kirche, man durfte nicht zimperlich sein. Natürlich tollten die Kinder im Schnee umher, ihnen machte der Winter weniger aus, obwohl es dabei auch oft zu Erkältungen kam. Wenn die Witterung danach war, mußte man eben ein schönes Stück früher losziehen. Groß und klein hatten unterwegs viel Zeit, sich die Wochenereignisse zu erzählen, man war sich längst nicht so fremd wie heute. Oft wurde auf dem Kirchweg auch gebetet. Den gleichen Weg mußten die Jugendlichen nochmals in der Woche zu Pfarr- und Christenlehrstunde zurücklegen. Unser damaliger Pfarrer zeigte viel Verständnis für uns Auswärtige, obwohl wir kaum zu spät kamen. An den hohen Feiertagen war man schon um 5.00 Uhr auf den Beinen. Vor der Frühmesse wurde gebeichtet, nach der Messe trank man in einem Gasthaus Kaffee, man war ja damals seit langen Stunden nüchtern geblieben. Viele blieben dann noch bis zum Hochamt, ehe es dann wieder tal- und heimwärts ging.
Eine Ausnahme vom beschwerlichen Kirchgang - beschwerlich auch deshalb, weil man ja am Samstag davor meist bis in die späten Abendstunden gearbeitet hatte - bildeten die Familienfeste. So fuhren wir an unserem Hochzeitstag mit der Pferdekutsche einer Nachbarfamilie nach Maßweiler zur Trauung, zweispännig, mit geschmückten Pferden, durchgeschüttelt, aber mindestens so glücklich wie heute Hochzeitspaare im dicken Auto. Holperig und stolperig ging es auf der Schotterstraße den Berg hinauf, die Angehörigen und sonstigen Hochzeitsgäste natürlich wieder zu Fuß. Ähnlich war es auch bei der Kindtaufe, sonst aber war nichts mit Fahren.
In der Erinnerung aber bleibt die Zeit des Kirchgangs nach Maßweiler, trotz der vielen Beschwernisse, als eine gute Zeit. Heute hat man's ja recht bequem gegenüber damals, leider sind aber auch viele zu bequem zu einem Kirchgang geworden."

 


Gründung des Kirchenbauvereins

„Da der Weg zu beiden Pfarrkirchen Maßweiler und Fehrbach eine Stunde beträgt und der Weg zur Winterszeit sehr beschwerlich war, schritt man in Anbetracht der großen Seelenzahl im Jahre 1901 zur Gründung eines Kirchenbauvereins. Die Gründungsversammlung leitete H. H. Pfarrer Hermann von Maßweiler. Dieser Plan wurde weitgehendst unterstützt durch H. H. Pfarrer Kunz von Reifenberg. Die Gebefreudigkeit der Mitglieder war groß. 100 000 Reichsmark wurden ein Opfer der Inflation. Man ließ sich aber dadurch nicht entmutigen, sondern sammelte weiter, und so konnte schon im Jahre 1929 mit dem Bau der Kirche begonnen werden."
Am Sonntag, dem 4. August 1929, weihte und legte Herr Hochwürden Bischof Dr. Ludwig Sebastian von Speyer den Grundstein zur Kirche. Der Text der Urkunde im Grundstein lautet: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen. Im Jahre des Heiles 1929 am Sonntag, dem 4. August, im B. Jahre des Pontifikates und im goldenen Priesterjubeljahre Sr. Heiligkeit des Papstes Pius XI., im 12. Jahre des Pontifikates Sr. Bischöflichen Gnaden des Hochwürdigsten Herrn Dr. Ludwig Sebastian, als Johann Adam Klemm Dekan des Landkapitels Zweibrücken, als Otto Martin Pfarrer in Maßweiler, Karl Beck Pfarrer in Fehrbach, Josef Georg Ackermann Pfarrer in Rodalben war, als Paul von Hindenburg Präsident des Deutschen Reiches, Dr. Heinrich Held Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Dr. Theodor Pfulf Regierungspräsident der Pfalz, Oberregierungsrat Friedrich Wenner Vorstand des Bezirkes Pirmasens war, als Karl Gortner erster und Jakob Raquet zweiter Bürgermeister waren, als Jakob Fuhrmann Bürgermeister in Maßweiler und Ludwig Wagner Bürgermeister in Thalfröschen waren, als Jakob Raquet, Jakob Sema, Karl Brunner, Ludwig Noll und Karl Würz Mitglieder der Kirchenverwaltung Thaleischweiler waren, als Rheinhard Nikola, Johann Hüther, Jakob Pfeifer, Alois Huber, Adam Kölsch, Adam Rohr, Johann Busch Mitglieder der Kirchenverwaltung Maßweiler waren, weihte und legte der Hochwürdigste Herr Bischof den Grundstein zu dieser Kirche, welche der heiligen Nothelferin Margaretha geweiht werden soll für die Katholiken von Thaleischweiler, Thalfröschen und Biebermühle. In großer Not der Zeit erbaut, möge dieses Gotteshaus eine Zufluchtstätte werden für alle Not des Leibes und der Seele." Sie wurde im romanischen Stil erbaut nach den Plänen von Professor Boßlet (München), Turmhöhe beträgt 28 m, die Länge der Kirche 34 m, die Breite 12,60 m und die Höhe 7,50 m.
„Die Kirche wurde am 6. September 1931 von dem H. H. Bischof Dr. Ludwig Sebastian von Speyer geweiht. Zu diesem Tage läuteten bereits die Glocken, die von der Firma Schillings in Apolda geliefert und schon am Abend des 5. September 1931 durch H. H. Bischof geweiht worden waren. Die Glocken sind klanglich ein Meisterwerk der Glockengießerkunst. „Ave Maria", 8 Zentner; „St. Margaretha", 13 Zentner; „Christus Rex", 26 Zentner. Mögen sie recht lange die Gläubigen rufen dürfen zum Dienste Gottes und zur Ehre Gottes.
Der Bau der Kirche wurde ausgeführt in altdeutschem Mauerwerk durch die Baufirma August Faust (Thaleischweiler) und Maurer (Contwig). Die Arbeiten sind fein und sauber ausgeführt." (Pfarrgedenkbuch).

Innenausstattung der Kirche


Die Innenausstattung wurde nicht gleich fertiggestellt. Lediglich der Hochaltar und der Margarethenaltar auf der Evangelienseite wurden gleich vollendet. Der Hochaltar ist eine Arbeit aus der Werkstätte Mayrhofer in München. Über dem Hochaltar an der Wand befestigt ist ein Bild „Christus König". Der Schöpfer dieses Bildes ist Anton Rausch (1932), Kunstmaler in München. Aus einem Besatzungsrückvergütungsfonds wurden dafür 3 000 Reichsmark vom Bayerischen Kultusministerium zur Verfügung gestellt. Die Statue der Patronin der Kirche, die heilige Margaretha, ist eine Arbeit des Bildhauers Carl Caire, Kaiserslautern. Sie ist aus Lindenholz gefertigt. Die Fenster der Kirche zeigen auf der rechten Seite: 1. Antonius von Padua, Patron der Mutterkirche Maßweiler; 2. Pirminius, Patron unserer Heimat; 3. Josef, Patron der Arbeiter; 4. Isidor, Patron der Bauern; 5. Konrad von Parzham, Patron der Armen. Und auf der linken Seite: 1. Anna, Patronin der Frauen; 2. Agnes, Patronin der Jungfrauen; 3. Magdalena, Patronin der Sünder; 4. Theresia vom Kinde Jesu, Patronin der Kranken; 5. Barbara, Patronin der Sterbenden.
Eine Muttergottesstatue aus Gips wurde vorläufig aufgestellt, aber nicht als Eigentum der Kirche betrachtet. Erst am 12. September 1958 konnte die jetzige Statue aufgestellt werden. Sie ist aus Holz geschnitzt von Alois Felden aus Waldfischbach. Gestiftet wurde sie von den Frauen der Pfarrei. Die Fenster, die Margarethen-Statue und der Aufbau des Margarethen-Altares wurden privat gestiftet.

Pfarrer Martin

„Es sei an dieser Stelle dem Erbauer der Kirche, Hochwürden Herrn Pfarrer Otto Martin von Maßweiler, recht herzlich Dank gesagt. Bei Wind und Regen kam er von Maßweiler herab, um den Bau der Kirche zu überwachen. Freilich seine Gesundheit hat er dabei geopfert. Er mußte schon bald aus dem Dienst ausscheiden. Er starb am 9. Juni 1942 R.I.P."

Errichtung der Expositur

Da Thaleischweiler ein Industrieort ist, wuchs die Zahl der Bevölkerung rasch an. Die Ausübung der Seelsorge in einem sich ständig erweiternden Industrieort wurde immer schwieriger. Aus dem Verantwortungsbewußtsein heraus, daß in einem solchen Industrieort eine geordnete Seelsorge unbedingt notwendig ist, stellte H. H. Pfarrer Friedrich Wallacher von Maßweiler am 27. Februar 1941 bei der Oberhirtlichen Stelle den Antrag auf Errichtung einer selbständigen Seelsorgerstelle in Thaleischweiler.

Errichtungsurkunde


Auf diesen Antrag des Herrn Pfarrers wurde die Expositur errichtet und folgende Urkunde ausgestellt:

Der Bischof von Speyer

 

                                                                                        Urkunde
Betreff: Errichtung der Expositur St. Margaretha in Thaleischweiler. Auf Antrag der Beteiligten errichte ich hiermit im Bereiche der Pfarrei Maßweiler die Expositur St. Margaretha in Thaleischweiler.
Der Expositurbezirk umfaßt:
1. Das Gebiet der politischen Gemeinde Thaleischweiler, das ist der Ort Thaleischweiler mit der dazu gehörigen Rosselmühle.
2. Den durch die sogenannte „Schulsprengelgrenze" abgetrennten Teil der Gemeinde Fröschen, das ist der Ort Thalfröschen mit vier im Schwarzbachtal gelegenen Bahnwärterhäuschen. Das Gebiet Nr. 2 wird bis zur endgültigen Umpfarrung zur tatsächlichen seelsorgerlichen Betreuung übergeben.
II.
Die rechtliche Stellung des Expositus wird folgendermaßen umschrieben: Der Expositus (vicarius cooperator c. 476 § 2) ist berechtigt zur Vornahme der Amtshandlungen nach § 462 und hat die pfarrlichen Pflichten zu erfüllen. Er bezieht die Stolgebühren. Er ist vom Ordinarius ad universitatem causarum in bezug auf Eheschließungen delegiert. Einen anderen Geistlichen kann er für den Einzelfall delegieren. Zur applicatio pro populo ist er nicht verpflichtet. Er ist Vorstand der Kirchenverwaltung Thaleischweiler. Der Pfarrer der Mutterpfarrei behält für den Expositurbezirk seine pfarrlichen Befugnisse, soll aber von ihnen, soweit es sich um persönliche Ausübung der Seelsorge handelt, außer im Falle ernster Dringlichkeit keinen Gebrauch machen. Er führt die Aufsicht über den Expositus und sendet alljährlich ein Zeugnis über seine Amtsführung an die Bischöfliche Behörde ein. Eine etwaige Aushilfe in der Mutterpfarrei erfolgt nach den Bestimmungen des Hochwürdigsten Herrn Ordinarius.
Der jeweilige Expositus wird bei Antritt seiner Stelle von dem zuständigen Pfarrer den ihm anvertrauten Gläubigen vorgestellt.
III.
Diese Urkunde tritt mit dem Tage ihrer Ausfertigung in Kraft. Speyer, den 15. März 1941
L.S. Ludwig, Bischof von Speyer.
Als 1. Expositus wurde ernannt Alois Kruppenbacher, zuletzt Kaplan in St. Ingbert/Saar, Pfarrei St. Hildegard. Der SteIIenantritt erfolgte am 21. März 1941.

 

Trauriges Ende des Jahres 1941

Zwei Jahre tobte schon der furchtbare Krieg. Da kam gegen Ende des Jahres die Nachricht, daß der Tod auch in die Reihen der Katholiken eingegriffen hat. Ernst Sema, 21 Jahre alt, fiel in Rußland am 21. Oktober 1941. Wird der Tod uns noch weitere Angehörige entreißen? Das ist die bange Frage, die uns bewegt.
Doch ein Unglück kommt nie allein, so sagt das Sprichwort. Hart traf es die Gläubigen, als am 21. Dezember ein Hirtenwort verlesen wurde, daß die Glocken ein Opfer des Krieges werden, d.h. abgeliefert werden müssen. In jeder Pfarrkirche soll nur mehr eine Glocke verbleiben. Im übrigen müssen alle Bronzeglocken abgeliefert werden. Die Stahlglocken dürfen hängen bleiben. Sollen diese Glocken nun den Krieg zu einem glücklichen Ende führen? Am 6. Februar 1942 ist es nun soweit. Die Christkönigsglocke und die Glocke der heiligen Margaretha, der Patronin der Kirche, werden abgenommen. Ein wunderschönes Geläute ist damit vernichtet! Wann werden wir wieder ein solch schönes Geläute hören?

1944

Immer unruhiger werden die Zeiten. Die Gottesdienste werden immer mehr gestört. Immer noch besteht das Verbot, daß nach nächtlichem Fliegeralarm nach 12 Uhr der Gottesdienst erst um 10 Uhr beginnen darf.
Diese Verordnung muß aber durchbrochen werden von diesem Augenblick an, da es nicht mehr bloß Fliegeralarme in der Nacht gibt, sondern schon am frühen Morgen. Besonders schlimm wird es vom September an. Am 3. September 1944 muß der Gottesdienst schon wegen Fliegeralarm unterbrochen werden. Ungeniert fliegen die feindlichen Jagdflieger und Bombengeschwader über unser Gebiet hinweg. Die deutsche Abwehr versagt, weil sie zu gering ist.
Ein letztes Aufbäumen bedeutet es, wenn alles aufgeboten wird zum Schanzen. Männer und Frauen müssen antreten zum Schanzen. Panzergräben werden aufgegraben. Die Fruchtfelder werden vernichtet, ohne abgeerntet zu sein. Was bedeutet schon ein Fruchtfeld? Wenn nur der Wahnsinn herrschen kann! Und trotzdem glauben noch viele Fanatiker an den Sieg, obwohl der Feind schon an den Grenzen steht! So wird auch am 14. November 1944 begonnen, den Panzergraben durch den Kirchenplatz zu ziehen (einige Meter östlich der Kirche).
Doch allmählich werden die Fliegerangriffe so stark und häufig, daß der Gottesdienst unterbrochen werden muß. Gegen Ende des Jahres ist es soweit, daß wir den Gottesdienst so früh wie möglich halten müssen. Nach 8 Uhrkönnen wir keinen Gottesdienst mehr beginnen. Beerdigungen können auch nur ganz in der Frühe und abends, wenn es dunkel wird, gehalten werden. Am B. Oktober feierten wir das Zwölfstündige Gebet. Das Allerheiligste konnte nicht lange ausgesetzt sein; denn der 1. Fliegeralarm begann um 10.40 Uhr. Schon um 14.30 Uhr gab es wieder Alarm und endete erst um 17.40 Uhr. Trotzdem aber kamen viele Leute in die Kirche, um den Heiland im Tabernakel anzubeten. Zur Schlußbetstunde um 17.00 Uhr waren die Gläubigen wie in den anderen Jahren vollzählig versammelt, und die Schlußpredigt wurde trotz Alarm begonnen.
Der 7. Oktober brachte den 2. Fliegerangriff. Am 28. September wurde schon in der Nähe des Bahnhofes ein Personenzug durch Jagdbomber angegriffen und auch getroffen. Zum Glück war dieser Zug unbesetzt, da er an diesem Tag erst eingelegt wurde und das den Leuten unbekannt war. Am 7. Oktober gab es nun das 1. Todesopfer; Herr Stefan, protestantisch, wohnhaft in der Biebermühler Straße, stand hinter seinem Haus. Eine auf einen dort haltenden Zug niedergehende Bombe explodierte, und ein Splitter spaltete ihm den Kopf. Werden die Bomben noch mehr Opfer fordern? Es schien so. Am B. November erfolgte ein weiterer Angriff. Diesmal traf eine Bombe das Haus von Herrn Franz Mayer in der Zweibrücker Straße. Das Haus stürzte bis auf die Kellerdecke zusammen. Zum Glück waren die Bewohner im Keller, und der Keller hielt stand. Als alter Mann von 70 Jahren steht nun Franz Mayer wieder auf der Straße. Es ist der B. Dezember 1944. Auch dieser Tag brachte uns einen Angriff. Es fielen Bomben mitten im Dorf. Es entstand an einigen Häusern Sachschaden. Todesopfer gab es Gott sei Dank nicht. An diesem Tag durften auch wir in unserer gemieteten Wohnung in der Hauptstraße 22 den ersten Dreck hinausschaffen. Das Haus stand aber noch. An Weihnachten war herrliches, klares Wetter. Die Aufklärungsflieger besuchten uns während dieser Tage, warfen aber keine Bomben. Sie stellten aber fest, daß in der Herschberger Straße, die an der Kirche vorbeizieht, Wehrmachtsautos stehen. Am Mittwoch, dem 27. Dezember, erlebten wir die Überraschung. Am Morgen um 8.30 Uhr fliegen die Jabos an und werfen auch gleich ihre Bomben. An diesem Tag erlitt auch die Kirche Schaden. Um die Kirche herum fielen die Bomben. Die Fensterscheiben wurden eingedrückt. An diesem Tag erfolgten noch zwei weitere Angriffe. Am Abend gab es wenig Häuser im Dorfe, die keinen Schaden davongetragen hatten.


1945


Das Jahr 1945, das letzte Kriegsjahr, brachte noch manch schwere Stunde. Was niemand geglaubt hatte, daß das Dorf auch mit einem Bombenteppich belegt würde, traf schon am 2. Januar ein. Zum Glück gingen die meisten Bomben in das Feld. Doch in der Bahnhofstraße überquerte der Teppich das Dorf. Es gab ungefähr 20 Tote, Zivilisten und Soldaten. Am schwersten getroffen wurde das Haus der Familie Albert Schwarz, deren Haus bis in den Keller zusammenstürzte. Von der Familie kamen um: Herr Albert Schwarz und seine Frau, seine Töchter Luise und Luzia und deren Kind.
Von nun an war das Dorf wie ausgestorben. Während des Tages hielten sich die Leute nur mehr in den Bunkern und in den Höhlen der Wälder auf. Gewöhnliche Pferdewagen wurden als Wohnwagen umgebaut und in den Wäldern aufgestellt. Trotz Schnee und Eis hausten die Menschen in diesen Verhältnissen. Manche Kranke lagen in den Höhlen in den Wäldern. Dort mußte man seine Schäflein aufsuchen. Die Angriffe erfolgten nun fast täglich, und manches Haus sank noch in Trümmer. Für den Gottesdienst konnte keine bestimmte Zeit mehr eingehalten werden. Mancher Kirchgänger kam bis zur Kirchentüre und kehrte dann wieder um. Mancher Gottesdienst mußte abgebrochen werden. Vom 15. März an pfiffen bei manchem Gottesdienst die Granaten über dem Dorf.
Am 20. März gaben die Granaten, die heulten, die Begleitmusik zur hl. Wandlung. Furchtbar ist die Nacht vom 21. zum 22. März. Der Kampf im Dorf hat begonnen. Die SS ist eingeschlossen. Von einem Panzergraben 30 Meter hinter dem Turm der Kirche aus schießen sie auf feindliche Panzer, so daß die Kirche während der Nacht unter feindlichem Beschuß lag. Im Keller der Kirche und im Turm waren etwa 50 Menschen untergebracht, darunter auch Volkssturmmänner. Um 8.30 Uhr sahen wir die ersten amerikanischen Soldaten über den Kirchplatz kommen. Zur Ehre dieser amerikanischen Soldaten muß gesagt werden, daß sie sich sehr anständig benahmen. Der erste Soldat, mit dem ich sprach, stellte sich als Katholik vor.
Vom Palmsonntag an konnte der Gottesdienst wieder zu den gewohnten Zeiten gehalten werden. Groß war die Freude der Menschen, daß sie nun aus ihren Bunkern und Höhlen der Wälder wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten.


Pfarrhausbau


Am 21. März 1941 trat Expositus Kruppenbacher seine neue Stelle in Thaleischweiler an. Aber bereits bei der Beschaffung von Wohnraum wurden größte Schwierigkeiten gemacht. Schließlich mußte er in eine noch nicht fertige Wohnung einziehen, damit sie nicht noch in letzter Minute von der Gemeinde beschlagnahmt werden konnte. Der Bau des Pfarrhauses war dringend notwendig, aber zunächst nicht zu verwirklichen. 1948 waren 50 000 Reichsmark aufgebracht. Nur konnte mit diesem Geld nichts angefangen werden, „da die Geschäftsleute immer noch nicht mit Geld bezahlt werden wollen, sondern meist andere Gegenwerte in Ware wollen". Schließlich wurde auch dieses Geld ein Opfer der Währungsreform.
Am 7. Juli 1949 konnte dann endlich mit dem Bau des Pfarrhauses begonnen werden. Bereits am 20. August wurde das Richtfest gefeiert. Schon im Winter war mit dem Brechen der Mauersteine mit Genehmigung des Forstamtes begonnen worden. Viele Bauern, auch protestantische, fuhren die Steine unentgeltlich zum Bauplatz; auch zwei Lastwagenbesitzer beteiligten sich an dieser Aktion. „Auch viele Arbeiter verdienen ein Lob, die beim Laden und Entladen eifrig mithalfen, ebenfalls beim Ausgraben des Kellers". Von zweien berichtet das Pfarrgedenkbuch: „In jeder dienstfreien Minute waren sie am Bauplatz und griffen überall zu, wo sie helfen konnten."
Leider mußte überall gespart werden, und manches glich mehr einem Notbehelf, was auch heute noch im Pfarrhaus große Schwierigkeiten macht. Dies wird aber verständlich, wenn man im Pfarrgedenkbuch weiterliest: „Am 1. Dezember erfolgte der Einzug ins Pfarrhaus. Fertig war es noch nicht. Das Erdgeschoß und im Obergeschoß das Arbeitszimmer konnten bezogen werden. Es fehlten mit Ausnahme der äußeren Haustür und im Keller der äußeren Waschküche alle übrigen Türen des Erdgeschosses. Diese wurden erst später eingestellt. Auch war noch kein Zimmer getüncht. Wer aber die Wohnverhältnisse des Seelsorgers vorher kannte, wird verstehen, daß er in das Haus noch vor dem eigentlichen Winter eingezogen ist."

 

Kath_Kirche_Steintransport_400  Kath_Kirche_Jugendheim_400 

 

Bau des Jugendheimes


Die Kirche war nun gebaut, Thaleischweiler als Expositur eine eigene Gemeinde mit einem eigenen Seelsorger, der nun auch in einem Pfarrhaus wohnen konnte. Nach diesen wichtigen Ereignissen merkte man immer deutlicher, daß zur außergewöhnlichen Seelsorge geeignete Räume fehlten. Die kirchlichen Organisationen, die zu blühendem Leben gekommen waren (Kirchenchor, Kolping, Kolpingkapelle, Frauengemeinschaft und Jugend), waren auf Räume der Wirtschaft Kölsch angewiesen. Trotz der Schwierigkeiten bei der Finanzierung — der Pfarrhausbau ist noch nicht völlig verschmerzt — wurde die Planung für ein Pfarrheim unter Leitung von Architekt Engelbert Reis aus Queidersbach vorangetrieben. „Nach reiflicher Überlegung entschloß man sich zu einem Bau, der den Bedürfnissen der einzelnen Organisationen gerecht werden sollte, andererseits aber auch einmal als Schwesternhaus dienen könnte, eventuell auch als Kinderhort. Darum wurde ins Dachgeschoß eine Wohnung eingeplant." Anfang August 1955 konnte dann begonnen werden. Wieder waren viele freiwillige Helfer dabei, so daß 30 Prozent der Gesamtkosten durch Eigenleistung erbracht werden konnten. Bereits am 15. Oktober war dann das Richtfest, und acht Tage später stand der Rohbau unter Dach. Im Januar 1957 wurde der untere Raum benutzbar. Am 2. Juni konnte das Haus durch die kirchliche Weihe von Herrn Domkapitular Seitz seiner Bestimmung übergeben werden. Leider konnte der für den Bau verantwortliche Expositus Leo Köller nicht mehr lange dieses Haus mit Leben erfüllen. Er war am 1. August 1951 hierher gekommen und ging am 1. Oktober 1957 als Pfarrer nach Rohrbach (Saar). Sein Nachfolger als Expositus wurde zunächst Emil Bayer. 1958 wurde dann die Expositur in eine Kuratie umgewandelt.

Die heutigen Glocken

Am 6. Februar 1942 wurde das alte schöne Geläute vernichtet. Am B. Dezember 1957 wurde mit dem Plan, vier neue Glocken anzuschaffen, begonnen. „Wie groß der Wunsch der Pfarrangehörigen war, endlich ein neues Glockengeläute von ihrem Kirchtum zu hören, geht daraus hervor, daß bereits drei Wochen später 10 000 Mark gestiftet waren." Das Metall konnte sehr preiswert in Stuttgart bestellt werden. Mit dem Guß wurde die Glockengießerei Hamm in Frankenthal beauftragt. Der Guß gelang meisterhaft am 17. Juni 1958 in Anwesenheit von etwa 30 Pfarrangehörigen. Am 12. Juli wurden dann die vier neuen Glocken in Frankenthal geholt. „Von der Pfarrgemeinde an der Biebermühle festlich geschmückt, unter dem Begrüßungsgeläute der protestantischen Glocken feierlich zum Kirchturm geführt."
Am Sonntag, dem 13. Juli 1958, um 14 Uhr nahm Herr Dekan Ackermann im Auftrag des Bischofs die Weihe vor.
Die größte Glocke d' „Christkönig" (1 310 kg).
Die zweite Glocke fis' „St. Margaretha" (1 076 kg).
Die dritte Glocke a' „Maria" (932 kg).
Die kleinste Glocke h' „St. Michael" (830 kg).
Sie sind abgestimmt auf das Geläute der protestantischen Kirche und ergeben allein das „Salve-Regina"-Motiv.
Hoffentlich können sie länger und in friedlicheren Zeiten als die alten Glocken zum Gottesdienst und zum Gebet rufen. Und hoffentlich wird auch ihr Rufen bald wieder besser gehört und besser befolgt.

Der weitere Ausbau

In den ersten 27 Jahren war nun die Kirche gebaut, das Pfarrhaus, das Pfarr- oder Jugendheim und das zweite Geläute auf dem Turm. Das Notwendigste war geschaffen, aber es blieb und bleibt noch viel zu tun.
Am 2. Oktober 1960 wurde das Feldkreuz geweiht. „Wenn wir aus der Gefangenschaft heimkehren, werden wir ein Feldkreuz als Zeichen des Dankes und als ständige Mahnung errichten" (Rheinpfalz vom 4. Oktober 1960).
Am 15. März 1961 wurde die Kuratie Thaleischweiler dem damaligen Kaplan von Kaiserslautern St. Konrat, Alfons Bungert, übertragen. Er übernahm die Kuratie in schwerer Zeit. Am 16. Januar 1964 wurde die bisherige Kuratie zur Pfarrei erhoben. Am 3. März 1964 wurde Pfarrer Wolfgang Simon zum 1. Pfarrer der Pfarrei ernannt. Am 26. April erfolgt die Installation durch Dekan Walacher.
1965/66 wurden in den Außenanlagen der Kirche das verwilderte Strauchwerk entfernt, die Bäume zurückgeschnitten. Im Frühjahr 1967 wurde der Kanal in die Marienstraße verlegt. Bisher war diese praktisch ein Feldweg. Eine Zeitlang war der Zugang dort erschwert. „Bei starkem Regen wird alles ausgeschwemmt, und der Sand fließt bis zur Hauptstraße. Sonst ist häufig Matsch, und die Gläubigen, die sich durchmühen, stolpern über die Felsen, die stellenweise bis zur Oberfläche reichen."
1968 wurde dann die Marienstraße ausgebaut, gleichzeitig wurde der Parkplatz angelegt, nachdem immer mehr Gläubige mit dem Pkw zur Kirche kamen.
Die Treppe an der Südseite der Kirche brach teilweise ein. Die Terrasse wurde nun kanalisiert, das Abwasser in die Marienstraße geleitet, die Treppe und die Terrasse sowie die Stufen zur Kirche und der Sakristei mit Waschbeton ausgelegt.
Im gleichen Jahr wurde auch das Jugendheim überholt und im zweiten Stock der Abschluß eingezogen. Später wurde dann auch der Aufgang von der Hauptstraße her kanalisiert und mit Verbundsteinen neu hergerichtet, da der bisherige Weg durch Ausschwemmen und Aufwerfen gefährlich geworden war. 1976 wurde dann wieder in Selbsthilfe das Grasgelände am Südaufgang aufgeschüttet, geebnet und als Rasen angelegt. Im Winter 1976/77 wurde der Vorplatz am Jugendheim abgebrochen, da er baufällig geworden war. Das Abwasser wurde in die Raiffeisenstraße direkt abgeleitet, der Vorplatz, eine Garage und ein Abstellraum sowie die Mauer an der Raiffeisenstraße neu errichtet. Im Februar 1976 wurde mit einer Sammlung für eine Elektronenorgel von Dr. Böhm begonnen. Am 11. November war bereits die schöne Summe von fast 15 000 Mark beisammen. Anfang März 1977 konnte sie in Dienst gestellt werden. Es ist auch dies noch keine endgültige Lösung, aber sicher besser als das Harmonium vorher.
Ende 1977 wurden dann auch im Pfarrheim der Gang und die sanitären Räume renoviert, Anfang 1978 der Turm.
Im Frühjahr 1979 wurde die Außenanlage an der Kirche und dem Jugendheim sowie zwischen Pfarrhaus und Kirche neu angelegt. 1979 wurde die bisherige Waschküche im Jugendheim in eine richtige Küche umgebaut, 1980/81 der Saal im Keller des Jugendheimes hergerichtet. Die meisten Arbeiten wurden von fleißigen Helfern in vielen, vielen Stunden wirklich „ehrenamtlich" ausgeführt — und dies will heute etwas heißen. Auch an dieser Stelle sei ihnen allen herzlicher Dank gesagt.
Kirchenrenovierung 1982
Nach jahrelanger Vorbereitung bekam die Pfarrei endlich für das Jahr 1982 die Erlaubnis des bischöflichen Ordinariates, die schon längst fällige Renovierung der Pfarrkirche vorzunehmen und die Zusicherung der notwendigen Zuschüsse durch die Diözese.
Die Renovierung war notwendig durch 1.) Änderung in der liturgischen Raumgestaltung, 2.) ungenügende Heizanlage, 3.) überaltertes elektrisches Netz, 4.) beim Neubau billig und nur für begrenzte Dauer Erstelltes, 5.) kleinere Kriegsschäden, aber auch durch Nachdunkeln des Holzes (beim Neubau billig verarbeitet) war die Kirche dunkel und unfreundlich geworden.
Unter der Leitung von Architekt Erwin Lenz, Pirmasens, gewann die Kirche dann ihr heutiges Gesicht und wird von allen, die sie besuchen, als freundlich und warm empfunden. Dazu trug sicher der Bildhauer Karl-Heinz Deutsch, Jockgrim, wesentlich bei, der sowohl die Steinarbeiten Altar, Ambo, Tabernakelstele und Priestersitz als auch die Bronzearbeiten, Tabernakel, Relief der Auferstehung, Apostelleuchter und Altarleuchter schuf. Aber auch die Holzarbeiten der Firma Seibel, Pirmasens, sowie der Heizungsbau und die Elektroanlagen trugen sicher zum Gelingen des Werkes bei.
Abschließend kann sicher ohne Übertreibung gesagt werden, daß die katholische Pfarrkirche ein Schmuckkästchen geworden ist, würdig, als Gotteshaus zu dienen. Am 2. Adventssonntag, dem 5. Dezember 1982, wurde der neue Altar durch H. H. Weihbischof Ernst Gutting geweiht und die renovierte Kirche wieder in Gottes Dienst gestellt. Nicht vergessen seien aber die beiden Mitglieder des Verwaltungsrates Karl Zink und Kurt Wafzig, die in der Zeit der Renovierung der Kirche aus dieser Welt abberufen wurden.

 

Kath_Gemeindehaus_heute_400  Kath_Kirche_20_400
Das Jugendheim Blick von der Herschberger Straße
Kath_Kirche_005_400
Blick vom "Dach des Dorfgemeinschaftshauses"