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 Die protestantische Kirche in Thaleischweiler-Fröschen  (Buch 750 Jahre Thaleischweiler-Fröschen)


Die Entstehung und die bewegte Geschichte unserer Kirche wurden bereits mit der Geschichte der Pfarrei behandelt, so daß es sich erübrigt, noch einmal darauf einzugehen. Deshalb sei nur der heutige Bauzustand beschrieben. Die Kirche liegt auf der schräg zum Schwarzbach abfallenden Terrasse zwischen der Haupt-und Talstraße. Sie besteht aus einem Langhaus mit einem Satteldach, mit 2 bzw. 3 rundbogigen Fenstern in der Süd- bzw. Nordwand aus dem Jahre 1778. Zwei spitzbogige und ein rundbogiges Fenster mit der Jahreszahl 1619 auf der Nordseite sind vermauert. Desgleichen erkennt man in der Südwand ein ebenfalls zugemauertes spitzbogiges Fenster und eine rundbogige Eingangspforte. Sie erinnern, ebenso wie die im Süden befindliche zweijochige, mit Strebepfeiler versehene Sakristei an den ursprünglich gotischen Bau der Kirche. Auch die spitzbogige Eingangspforte auf der Westseite des Turmes, die noch in ihrem Ursprung erhalten ist, deutet ebenfalls darauf hin. Überdies weist der Ostgiebel der Kirche noch ein gotisches Doppelfenster auf.

Gotische Eingangspforte auf der Turm-Westseite
Die Sakristei (Reste eines Seitenschiffs) hat sich wahrscheinlich nach Westen bis zum Turm fortgesetzt, wie ein vermauerter Scheidbogen an der Südwand zwischen Sakristei und Turm mit der Jahreszahl 1619 ausweist. Am mittleren Strebepfeiler der Sakristei sind zwei Sonnenuhren in den Stein geritzt. Sie ist durch zwei Rundbögen (1954), die auf einer Mittelsäule ruhen, von dem Langhaus getrennt. Auf der Südseite der Sakristei befinden sich zwei und auf der Westseite ein spitzbogiges Fenster, die im Jahr 1954 mit Glasmalerei von E. Klonk, Marburg, ausgestattet wurden. An der Ostseite befindet sich eine rundbogige Eingangspforte mit einem
darüber befindlichen Kreisfenster.
Der Turm erhebt sich an der Westseite der Kirche und schließt mit der südlichen Mauer ab und halbiert mit seiner Nordwand den Westgiebel der Kirche. Diese asymmetrische, aus der Mittelachse verschobene Stellung des Turms, dürfte sich aus den verschiedenen Bauabschnitten letztlich ergeben haben. Er ist 27 Meter hoch und trägt einen abgesetzten, charakteristischen Spitzhelm. Die Schallöcher und Fenster sind rundbogig. Die Turmuhr wurde im Jahr 1907 durch die Gemeinde angebracht, die sie auch heute noch unterhält. Der Turm wurde in seiner jetzigen Form in den Jahren 1762/64 durch Pfarrer Andreas Rausch gebaut. Eine rundbogige Pforte im Erdgeschoß verbindet Turm und Kirchenraum.
Während das Äußere der Kirche unzweifelhaft noch gotische Stilzüge trägt, weist die Innenausstattung barocke Formen auf. Das wird am Schalldeckel der Kanzel, an dieser selbst und an der Orgel am deutlichsten sichtbar. Diese steht an der Westseite mit Laubwerk und Gehänge, ein wahres Schmuckstück der Kirche. Die Empore zieht sich an der Ost-, Nord- und Westwand entlang und wird von Holzpfeilern getragen. Ringsum, nur von dem Zugang zur Sakristei unterbrochen, ziehen sich Kirchstühle mit Holzgitter, die sogenannten Gitterstühle, deren Plätze früher verliehen wurden.

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  Bild aus dem Buch - Thaleischweiler-Fröchen " Bilder aus vergangenen Tagen"
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Bild von Manfred Anderje Bild von Manfred Anderje
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Bild aus dem Heimatkalender 1994 Seite 11-  Foto Helmut Kratz  Bild von der Westseite - 2014

 Geläute
Wenn man in unserer schnellebigen, hektischen Zeit am Sonntagmorgen beim Geläut der Glocken der Kirche zustrebt oder im Schwarzbachtal einen Spaziergang unternimmt, dann stellt sich eine feierliche Stimmung ein, eine Stimmung, die uns zugleich Geborgenheit spüren läßt. Eine Geborgenheit in unserem Dorf mit allen unseren lieben, vertrauten und bekannten Menschen, eine Geborgenheit in unserer Heimat mit all ihren Schönheiten. Der Klang der Glocken begleitet uns durch unser Leben in guten und bösen Tagen bis ans Ende unserer Zeit.
Die Geschichte der Glocken der protestantischen Kirche in ThaleischweilerFröschen spiegelt in hohem Maße die bewegte Geschichte unseres Ortes. Schon vor dem Bau der Kirche wird im Klosterhof ein Glöcklein die Mönche und Gläubigen zu Gebet und Gottesdienst gerufen haben.
Im Jahr 1722 schreibt Pfarrer Helmstetter an den Grafen Johann Reinhard, daß neben dem Aufbau der Kirche eine Glocke vonnöten wäre54). Da 1723 nur die Kirche, nicht aber der Turm, aufgebaut wurde, ist im Jahr 1738 von einem Türmchen mit einer Glocke und Uhr (wahrscheinlich Sonnenuhr) auf dem Langhaus die Rede55 . Am 15. August 1761 teilte der Amtmann Hopffenblat dem Grafen von Hanau-Lichtenberg mit, daß die einzige Glocke des Kirchspiels Eischweiler „versprungen" und dadurch die Kirche mit keinem Geläute versehen sei. Allerdings könne dieses die dazu erforderlichen Kosten nicht aus eigenen Mitteln aufbringen, weil der meiste Teil aus armen Leuten bestehe. Es würde daher der Herrschaft zur größten Gnade gereichen, wenn sie eine Kollekte genehmigen würde51). Daraufhin wurden im Jahr 1761 zwei neue Glocken angeschafft, von denen die größere heute noch vorhanden ist. Die Inschrift ist bereits an anderer Stelle erwähnt.
Die kleine Glocke sprang im Jahr 1827 und wurde auf Kosten der politischen Gemeinde umgegossen. Das gleiche wiederholte sich im Jahr 1864 zum zweiten Mal beim Trauergeläut des bayrischen Königs Max. Der Umguß erfolgte diesmal auf Kosten der Kirchengemeinde bei Friedrich Lindemann in Zweibrücken. Während des 1. Weltkrieges wurde die kleine Glocke abgeholt und eingeschmolzen. Eine Haussammlung im Jahr 1919 ergab den Betrag von 3 600 Mark. Das war der Grundstock für eine kleine Glocke, die von der Glockengießerei Pfeifer in Kaiserslautern geliefert und am 17. Juli 1921 geweiht wurde. Sie trug die Inschrift: „Gehorche meiner Stimme, ich will Dir raten, und Gott wird mit Dir sein." Sie läutete zum ersten Mal beim Sterbe- und Grabgeläut der Frau Pfarrer Biundo. Am Tag der Einweihung der kleinen Glocke stifteten Jakob Bauer jun., August Dubois, Karl Gortner, Ludwig Neu und August Rothhaar den Betrag von 36 000 Mark, für den eine weitere Glocke bei Andreas Hamm in Frankenthal gegossen wurde. Sie trug die Inschrift: „Der prot. Kirchengemeinde Thaleischweiler zum Andenken an das 400jährige Jubiläum der Reformation und an die Zeit der tiefsten Not unseres Vaterlandes" und den Spruch: „Ich künd es laut in tiefster Not: Eine feste Burg ist unser Gott!" Auf der Gegenseite standen die Namen der Stifter. Diese Glocke war die größte unter den dreien und hatte den Ton f, die kleine den Ton c, die alte aus dem Jahr 1761 den Ton a, das Geläute somit f-a-c.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden neuen Glocken eingezogen und eingeschmolzen. Übrig blieb wieder die alte Glocke aus dem Jahr 1761. Solange die Katholiken keine eigene Kirche (1931) mit eigenen Glocken besaßen, standen die Glocken bei Sterbefällen auch den Katholiken zur Verfügung.
Im Jahr 1952 wurden vier neue Glocken angeschafft, so daß jetzt wieder ein wunderbares Geläut durch das Tal erklingt. Sie haben bis jetzt in Frieden geläutet, mögen sie in Zukunft in Frieden und für den Frieden durch unser Schwarzbachtal erklingen.

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