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Das Leben in der Pfarrei  (Buch 750 Jahre Thaleischweiler-Fröschen)

Von Monsignore Wolfgang Simon


Bis hierher war fast nur die Rede von organisatorischen und baulichen Dingen. Dabei sind sie doch nur Hilfe oder Vorbedingung für das eigentliche Leben in der Pfarrei. Aber sie geben gleichzeitig auch Zeugnis von dem Bedarf auf der einen Seite und der Identifizierung der Gläubigen mit ihrer Pfarrei und damit auch mit der Kirche auf der anderen Seite. Der Raum der Pfarrei ist die Kirche. Das Zentrum ihres Lebens die Feier der Eucharistie. Die Spendung und der Empfang der übrigen Sakramente sind weitere Gnadenquellen. In den verschiedensten Formen der Andachten oder Wortgottesdienste versammelt sich die Gemeinde. Und lange Jahre hindurch hat sich wirklich die Gemeinde versammelt. Aber 1971 finden wir im Pfarrgedenkbuch vermerkt: „Nun hat auch Thaleischweiler-Fröschen die Welle des schwachen Besuches der Gottesdienste erreicht. Während noch im letzten Jahr der Empfang des Bußsakramentes gut war, daß ich zum Teil sogar „arbeitslos" gewordene Pfarrer der Umgebung um Aushilfe bitten konnte und mußte, ist nun auch hier weitgehend die Beichte abgeschafft. Zu einem großen Teil ist es sicher zurückzuführen auf das falsche Verständnis der Bußandachten, dann darauf, „daß alles leichter wird" und es nun „keine Sünde mehr gibt". Wie lange wird es dauern, das rechte Verständnis zu wecken?"
Sicher muß man differenzieren. Es gibt Gott sei Dank auch heute noch eine ganze Reihe Pfarrangehörige, die bewußt als lebendige Glieder des Leibes Christi und der Pfarrei zu leben sich mühen. Wieviel Gnade schon in unserer Kirche empfangen wurde, weiß nur Gott allein. Hoffen wir, daß noch recht viele Menschen viel Gnade hier empfangen. Kurz gestreift sei eine Fülle von Lebensäußerungen aus dem pfarrlichen Leben. Die kirchlichen Gruppen wechselten in ihrer Organisation, Stärke und Aktivität: Pfarrjugend, BDKJ, CAJ, freie Gruppen; Kolpingfamilie, Kolpingkapelle, Männerwerk, KAB, Frauengemeinschaft, Meßdiener, Kirchenchor. Neben Gruppen-, Schulungs- und Bildungsveranstaltungen wurden auch immer wieder die religiöse Vertiefung gesucht und die kirchlichen Feste, besonders Fronleichnam, das Patronsfest und das Große Gebet feierlich begangen. Wichtig wurde auch das gesellige Leben genommen, nicht nur des materiellen Gewinns wegen: Weihnachtsfeiern, Kaffeekränzchen, Schlachtfeste, Theater- und Konzertabende, Altennachmittage und die Reunion an Fronleichnam, Fasenachtsveranstaltungen und das gesellige Leben in den einzelnen Gruppen.
Erwähnt werden soll auch noch, daß von August 1975 an, im Hinblick auf das neue Gesangbuch, das „Gotteslob", zweieinhalb Jahre lang wöchentliche Singstunde für die Pfarrei gehalten wurde von Herrn Schuhmacher aus Rodalben. Dadurch dürfte es wohl keine Pfarrei geben, die mehr Lieder beherrscht. Auch die Taufgespräche mit den Eltern und Paten der Täuflinge haben sich gut angelassen. Die Vorbereitung der Kommunionkinder und der Firmlinge in Gruppen durch „Kommunion- oder Firmmütter" scheint segensreich zu sein. Viel Arbeit und viel Verantwortung wurde von vielen übernommen, schon bevor 1962 der Pfarrausschuß und ab 1968 der Pfarrgemeinderat gebildet wurden. Nur drei Namen seien hier auch stellvertretend für viele andere genannt: Fräulein Göpfrich, die über 40 Jahre als Lehrerin, zuletzt Schulleiterin der katholischen Bekenntnisschule, und durch ihre Mitarbeit in der Pfarrei vielen vieles gegeben hat; ferner Hedwig und Elisabeth Peifer, die schon fast die ganze Zeit die Kirche und die Sakristei hegen und pflegen.
Heute haben wir eine lebendige Frauengemeinschaft unter Vorsitz von Frau Helene Bauer und eine ebenso aktive KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) unter Vorsitz von Fräulein Zita Isenböck.
Dem Verwaltungsrat gehören an: Pfarrer Wolfgang Simon, Vorsitzender Alois Bauer, Stellvertreter Dieter Jennewein, Schriftführer und Kirchenrechner Claus Wiesnet, Alex Bold, Josef Dreßler, Franz Rumpler und Kurt Zink.
Dem Pfarrgemeinderat gehören an: Franz Rumpler, Vorsitzender, Marlene Dreßler, Stellvertreter; Christa Rothhaar, Schriftführer; Wolfgang Simon, Pfarrer; Josef Bauer, Margarethe Becker, Anna Behr, Rita Behr, Josef Dreßler, Ursula Horvath, Gisela Huber, Anni Sema, Barbara Sema, Martin Sema und Claus Wiesnet.
Ihnen und allen, die letztlich bisher soviel für ihre Kirche und ihre Pfarrei getan haben, sei hier ein herzliches „Vergelt's Gott" gesagt. Vergessen sei auch nicht der Dank an diejenigen, die mitgeholfen haben, Kirche und Pfarrei zu bauen und von dieser Erde abgerufen wurden.
Aber auch eine große Bitte sei ausgesprochen: Wir kommen aus der Vergangenheit und gehen in die Zukunft. Helfen Sie bitte alle mit, daß unsere Gemeinde lebendig bleibt, lebendiger wird und in der Gnade wächst.