VFL Thaleischweiler
Nostalgie VfL Thaleischweiler
Die Vereinsgeschichte des ehemaligen Fußballvereins vom Galgenhübel Von der Gründung bis zur Fusion. Ein Geburtstagskind könnte heute auf ein stolzes Alter von 80 Jahren zurückblicken, wenn- ja wenn- es den ehemaligen VfL Thaleischeiler vom Galgenhübel noch geben würde. Die Spiel-Gemeinschaft SG Thaleischeiler-Fröschen der Nachfolgerverein, und als Kind aus der Fusion VfL Thaleischweiler und TUS Thalfröschen geboren mittlerweile auch schon 20-jährig und den Kinderschuhen entwachsen, hat die Traditionen, Gedanken und Ziele beider Ex-Vereine übernommen und bis zum heutigen Jubiläumsjahr 2000 im Geiste des Fußballsports verwirklicht und weiter ausgebaut. Vor der Vereinsgründung Im Jahre 1919/1920, als unser Land nach dem verlustreichen 1. Weltkrieg politisch und wirtschaftlich schwer angeschlagen war, wollten viele junge Menschen in Thaleischweiler den schweren Alltag beim Spielen und verschiedenen Geselligkeiten vergessen. Da schon lange auf den Straßen und Plätzen des Ortes Fußball das englische Soccer- gespielt wurde, wuchs bei einigen mutigen Männern bald eine Idee, die heute im Jahr 2000 mehr denn je Millionen von fußballbegeisterten Menschen in ihren Bann zieht. Die Vereinsgründung Ein schöner Junitag muß es gewesen sein, genau der 27. Juni im Jahre 1920, da trafen sich motivierte Fußballfreunde mit gleichen Interessen und demselben Ziel: Ein Fußballverein sollte gegründet werden, genauer gesagt, der VfR Thaleischweiler (Verein für Rasenspiele). Im heute noch existierenden Gasthaus Kölsch in Thaleischweiler und unter Assistenz des Patenvereins FC 06 Rodalben, vertreten durch Herrn Reber, waren folgende Männer anwesend: Hermann Grünig, Fritz Keller, Hermann Keller, Alois Brunner, Mathias Brunner, Adolf Eisenmann, Jakob Eisenmann, Adam Gortner, Egon Kölsch, Ludwig Leinenweber, Karl Roth, Karl Stephan, Julius Roth, Oskar Weis, Alfred Weis, Emil Fey und Adam Kölsch. 1. Vorsitzender des Fußballvereins wurde Adam Kölsch. Als Vereinsfarben wählte man Blau-Rot. Entwicklung von 1920 bis Ende des 2. Weltkrieges Die ersten Spiele wurden auf einem Platz am Schwarzbach ausgetragen, der von Franz Peter zur Verfügung gestellt wurde. Er befand sich zwischen der Kreissparkasse und dem Turnplatz. Mitten hindurch verlief ein Entwässerungsgraben, der mit einem Holzrost und Rasenstücken abgedeckt war. Das Fußballspiel war noch nicht so vollendet. Dafür bekundeten die Spieler einen großen Idealismus. Sie erstellten ihre Sportkleidung selbst und zu Auswärtsspielen gingen sie zu Fuß oder fuhren mit dem Pferdewagen. Der Sportplatz am Schwarzbach war nur ein Provisorium. Die Frage nach einem neuen Platz rückte bald in den Mittelpunkt des Vereinsgeschehens. Der seit 8. Januar 1921 amtierende erste Vorsitzende, Fritz Gortner, setzte seine ganze Kraft ein, um dieses Ziel zu verwirklichen. Da der Verein finanziell auf schwachen Beinen stand, fanden sich in Karl Gortner und Adam Kölsch private Geldgeber, die 1921 die benötigten Grundstücke auf dem Galgenhübel kauften. Im freiwilligen Arbeitseinsatz wurde der felsige Platz hergerichtet. Unter der Führung des Forstamtmannes Treber erreichte der Verein im Jahre 1927 erstmals einen Stand von 100 Mitgliedern. Die erste Mannschaft war bis in die Bezirksliga aufgestiegen. Am 29. August 1932 wurde Oskar Gortner zum ersten Vorsitzenden gewählt. Während seiner zweijährigen Amtszeit wurden Adolf Treber und Julius Roth zu Ehrenmitgliedern ernannt. 1934/35 wurde die Meisterschaft der zweiten Kreisliga errungen. Die Nachfolge von Oskar Gortner trat Hermann Keller an, der bis zum Jahr 1938 erster Vorsitzender war. Während des Dritten Reiches hatte sich das Vereinsleben den Richtlinien des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen unterzuordnen. Es wurde besonders auf dem Land die Zusammenschlüsse der Vereine erwartet. Daher schlossen sich alle sporttreibende Vereine in Thaleischweiler unter der Führung von Jakob Bauer am 28.Februar 1938 zu einem Großverein, dem Verein für Leibesübungen, zusammen. In ihm waren der Turnverein, der Athletenverein und der Fußballverein (VFR) zusammengeschlossen. Hinzu kamen noch eine Tischtennis- und Schachabteilung. Durch den 2. Weltkrieg erlosch das Vereinsleben. Fast alle aktiven und viele passive Mitglieder wurden eingezogen, und viele kehrten ncht mehr in ihre Heimat zurück. 1946 Die Neugründung Als sich im Jahre 1945, nach dem Ende des 2. Weltkrieges, das Leben trotz harter Bedrängnis wieder normalisierte, begann auch die Wiedergeburt des Sportlebens. Zunächst stieß man noch auf große Schwierigkeiten seitens der Militärregierung, denn die Tätigkeit des alten Vereins wegen Zugehörigkeit zum Reichsbund für Leibesübungen wurde verboten, das Vermögen beschlagnahmt. Es dauerte immerhin bis zum 22. Juni 1946, bis das Vereinsleben wieder stattfinden durfte, jetzt aber unter dem neuen Namen: Sportgemeinschaft (SG) e.V. Thaleischweiler. Die neugebildeten und dem Verein angehörenden Abteilungen Turnen- Schwerathletik- Fußball sowie die Handballabteilungen von Männern und Frauen, entwickelten sich stetig nach oben. Ebenso die Mitgliederzahlen: Sie waren von 0 auf 224 gestiegen. Die war sicherlich ein Verdienst der Vorsitzenden Peter Dressler (1946) und Theo Brigaldino (1947). Die Vereinsjahre der SG Thaleischweiler von 1947 - 1951 Im Oktober 1947 übernahm Simon Dreifuß die Führung des Vereins. Am 26 Oktober 1947 stand die Fußballmannschaft im Endspiel um die Bezirksmeiterschaft. Die SG Waldfischbach wurde in der Verlängerung mit 2 : 1 bezwungen. In Kaiserslautern traf man dann bei dem Spiel um die Westpfalzmeisterschaft auf den FV Brücken. Der 5 : 3 Sieg bedeutete den Aufstieg in die Landesliga, der zweithöchsten Klasse. Aufgrund dieser sportlichen Erfolge, an denen die Bevölkerung großen Anteil nahm, stieg die Mitgliederzahl auf 307 an. Krönung dieser Entwicklung war das Erreichen des Viertelfinales in der Südwestpokalrunde. Gegen die in der Oberliga spielende Phönix aus Ludwigshafen verlor man mit 2 : 1. Das Spiel hatte 3.000 Zuschauer angelockt. Diese Zeit war der Höhepunkt der Vereinsgeschichte. die Riesen von Thaleischweiler sorgten für Schlagzeilen in der Presse. Am 29. Januar 1949 übernahm August Schröer die Vereinsführung. Er wurde am 22. Januar 1950 von August Dressler abgelöst. In dieser Zeit wollte man den Sportplatz auf dem Galgenhübel der Gemeinde als Baugelände überlassen und den Turnplatz in der Uferstraße ausbauen. dies scheiterte jedoch, und es kam zum Ausscheiden der Turner aus der Sportgemeinschaft. Nun mußte der Sportplatz auf dem Galgenhübel neu hergerichtet werden. Nach langwierigen Verhandlungen wurden die Arbeiten im August 1950 aufgenommen. Die Kosten betrugen 30.000.- DM für die damalige Zeit eine horrende Summe. Man muß den Mut der damaligen Vereinsführung bewundern und ihr gleichzeitig Dank für ihre Initiative zollen. 1951 - 1980 SG wird wieder VfL Thaleischweiler Mit der Übernahme der Vereinsführung durch Adolf Klinck am 10. Februar 1951 wurde eine stetige Aufwärtsentwicklung eingeleitet. Nachdem das Verbot der Besatzungsbehörden gegenüber dem VfL hinfällig geworden, das gesamte Grundvermögen im Grundbuch aber noch auf den VfL eingetragen war, wurde in der Generalversammlung am 10. Februar 1951 das sofortige Wiederaufleben der Vereins für Leibesübungen beschlossen. Als Liquidator der Sportgemeinschaft wurde der damalige 2. Vorsitzende Christian Gortner bestimmt. Am 16. und 17. Juni 1951 fand die Einweihung des Sportplatzes und des inzwischen erstellten Vereinsheims mit Umkleide- und Duschräumen statt.Auf Verbandsebende wurden ebenfalls 1951 die Fußballklassen neu eingeteilt und Thaleischweiler spielte ab sofort in der neu gegründeten 2. Amaturliga. Nach einem Jahr in der A- Klasse stieg man 1954 wieder in diese Klasse auf. In dieser 54er Meistermannschaft spielte bereits schon ein Rohdiamant namens Ludwig Roos mit, der später noch beim FK Pirmasens Geschichte mitschreiben sollte. Bei zahlreichen Meistertiteln in der Regionalliga Südwest stellte er als eisenharter Verteidiger seien Mann und war lange Jahre aus der Mannschaft der Club nicht mehr wegzudenken. Nach erneutem Abstieg mußte man dann schon bis 1962 warten, ehe man wieder die Meisterschaft in der A-Klasse errang, um durch Aufstiegsspiele wieder in die alte Klasse zurückkehren zu können. Germann aus Clausen war der damalige Trainer und so klangvolle Namen wie (Worschak) Helmut Dietrich, Erich Koch, das Halbstürmerpaar Hans Weis und Horst Mayr, die Abwehrrecken Norbert Edinger oder Herbert Wilhelm um nur einige zu nennen, hatten den Galgenhübel wieder stark gemacht und den VfL und seine Anhänger mit Stolz erfüllt. Im Jahre 1963 wurde unter Leitung der Baumeisterin, Frau Klinck (Gattin des damaligen Vorstandes), mit dem Bau des neuen Sportheimes in massiver Bauweise begonnen. Im Untergeschoß waren 2 geräumige Umkleidekabinen mit ebenso großen Duschräumen geplant. Schiri-Raum, Geräteraum und ein großer Jugendraum füllten weiter die untere Etage aus. Im Erdgeschoß sollte das Vereinsheim (Gastwirtschaft mit großer Küche und Toilette) liegen und als weiteres ein großer Saal, der bei Festlichkeiten alle Mitglieder fassen oder bei schlechter Witterung als Übungshalle herhalten sollte. Ein mutiger Schritt der damaligen Vorstandschaft, aber die gute Kameradschaft und der große Zusamenhalt innerhalb der VfL- Familie ermöglichten es, auch diese große Aufgabe zu meistern. Am 17. Juli 1963 löste sich die erfolgreiche Abteilung Schwerathletik vom VfL Thaleischweiler, da man in der neu gebauten Übungshalle des Fußballvereins keine Trainingsmöglichkeiten sah, und Verbandskämpfe kaum möglich waren. Es muß ausdrücklich betont werden, daß beide Abteilungen sich in bestem Einvernehmen voneinander trennten. 56 Interessierte trugen sich sodann bei der Neu- bzw. Wiedergründung des Athletenclubs am 26. Juli 1963 als Mitglieder in die Vereinskartei ein. In der Saison 1964/65 war das Sportheim fertiggestellt, die erste Garnitur spielte wieder in der A-Klasse und wurde erstmals vom Rodalber Helmut (Brutsch) Tretter trainiert. Junge Talente wie Martin Ankner, Richard Felde, Rainer Homberg, Kurt Kettenring, Heiner Kaufmann oder Horst Sprau stießen zu den bewährten Routiniers wie Ludwig Roos (vom FKP wieder zurückgekehrt), Karl Weis, Erich Koch, Helmut Dietrich, etc. und eine neue Meistermannschaft kickte wieder auf dem Galgenhübel. Denn im Spieljahr 1966/67 war es soweit: In überzeugender Manier sicherte sich die Tretter- Truppe wieder die Meisterkrone in der A-Klasse und stieg damit wieder in die 2. Amateurliga auf. 8 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten Contwig un mit dem besten Sturm bzw. der besten Abwehr (86:39 Tore) zeigten, wie souverän diese 67er Mannschaft war. Im Nachhinein betrachtet, sollte es die letzte Meisterschaft des VfL bis zur Bildung der Spielgemeinschaft zwischen VfL und TUS bleiben. Der ehemalige Kriegsgefangene Peter Fourcroix leitete im Jahr 1965 die Partnerschaft zwischen den Fußballvereinen aus Thaleischweiler und Presles / Frankreich ein. Unter der Führung von Adolf Klinck besuchte im Juni 1965 eine große Delegation unsere heutige Partnergemeinde. Viele Freundschaften haben sich inzwischen angebahnt, die bei jährlichen Treffen vertieft werden. Seit einigen Jahren besuchen sich jährlich die Jugendmannschaften der SG Thaleischweiler-Fröschen und UCL Presles. Doch zurück ins Spieljahr 1967/68, wo die Blauen Dragoner wie man die erfolgreiche VfL-Mannschaft noch nannte, für Furore sorgte. Im ersten Amateurligajahr schon spielte sie Hecht im Karpfenteich und wurde 3. hinter dem 1. FC Rodalben und dem VB Zweibrücken. Auch das damals hoch im Kurs stehende Turnier um den Goldenen Schuh (hier wurde der Ausdruck Blaue Dragoner geboren) beim MTV Pirmasens, war eine sichere Beute der Brutsch-Elf. Damit wurde die Mannschaft mit der zweckmäßigsten und modernsten Spielanlage, so ein Kommentar der PZ, gefeierter Turniersieger. Weiteres Zitat der PZ: Es war schon imponierend, der Siegeszug der Blauen Dragoner, die zunächst die Amateure des FKP nach allen Regeln der Kunst durch die Mühle drehten, schließlich dem hochfavorisierten VfB Pirmasens ein Schnippchen schlugen und im Endspiel den FC Münchweiler durch Tore von Richard Felde, Erich Koch und Ludwig Roos mit 3:0 aufs Kreuz legten. Auch die Staffelwettbewerbe zwischen den einzelnen Mannschaften sicherte sich der VfL Thaleischweiler, der damit so ganz nebenbei noch den Wanderpreis des Veranstalters für diese Laufdisziplin ergatterte. Unvergessen bleiben in den Verbandsspielen der Amateurliga die Schlachten gegen TuS Hohenecken (mit Ex-Nationalspieler Schmitt), Rockenhausen, Enkenbach oder Schönenberg, die Lokalkämpfe gegen den FK Clausen, FC Rodalben, VfB Pirmasens, FKP Amateure, SG Pirmasens, FC Dahn, und nicht zuletzt gegen die SG Rieschweiler. Einen Mann gilt es auch hier nohchmals zu erwähnen, der im ersten Jahr Amateurliga 1967/68 vom SV Herschberg zum VfL Thaleischweiler wechselte und als große Stütze der VfL-Mannschaft anzusehen war. Dieter Arzt (auch Ex-FKPler) war ein Glücksfall für die damalige Mannschaft gewesen, der auch noch im hohen Fußballalter später den Jungen als Vorbild galt. |
Hier Bilder aus dem Buch "60 Jahre VFL Thaleischweiler"
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