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Teilweiser Neubau der Kirche


In den Jahren 1778-1788 mußten noch einmal eine umfassende Reparatur und ein teilweiser Neubau durchgeführt werden, da das Schiff der Kirche baufällig geworden war. Nachdem von seiten der leiningischen wie auch der hanauischen Regierung die Erlaubnis zur Erhebung von Kollekten gegeben wurde und die ersten Gelder eingegangen waren, konnte 1778 mit den Arbeiten begonnen werden. Kollektant war der Sattlermeister Jakob Heinrich Huber von hier, der den 3. Teil der eingehenden Gelder als Entschädigung für seine mühevolle Arbeit erhielt. Er mußte sich mit seinem ganzen Vermögen für die gewissenhafte Ablieferung der empfangenen Gelder verbürgen. Im Jahr 1775 zog er auf seine erste Kollektenreise ins Hessisch-Darmstädtische, in die hanauischen Besitzungen rechts des Rheins, dann in die Kurpfalz und weiter nach Düsseldorf, Köln und Mühlheim, Stuttgart, Bretten, Alzey usw. Der Reinertrag seiner Sammlung betrug 813 Gulden 39 kr. Da die Gelder noch nicht ausreichten, wurde das Sammeln fortgesetzt. 1780 war Huber in Regensburg, ja sogar in Lübeck, Rostock und Wismar sowie in Schwerin, Hamburg und Hannover. Die Kollekte erbrachte 1200 Gulden. Bei der Kirchschaffnei Pirmasens wurden 700 Gulden aufgenommen. Landgraf Ludwig IX. steuerte 150 Gulden aus der Kirchschaffnei Bischofsheim bei. Bei dieser Erneuerung hat die Kirche im wesentlichen das Aussehen erhalten, das sie heute noch hat.
Hat schon Joh. Andreas Rausch sich große Verdienste um den Aufbau des Turms und die Anschaffung von neuen Glocken erworben, so trifft dies in noch stärkerem Maß für seinen Sohn Michael Timotheus Rausch zu. Er war es, der der Pfarrei zu einer geräumigen Kirche verhalf. Er setzte auch alles daran, daß diese mit einer schönen Orgel ausgestattet wurde. Die von dem Orgelbauer Stumm von Sulzbach, „dem damals geschicktesten Meister Deutschlands" errichtete Orgel konnte am 10. Juni 1787 eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Kosten beliefen sich auf „958 Gulden, 53 kr. nach einer anderen Stelle 800 Gulden, und 1 Karoline Trinkgeld. Außerdem hat er die Kollekten in einheimischen und norddeutschen Ländern fortgesetzt, bis die Schulden abgetragen waren. Sein Weitblick, seine Umsicht und Gewissenhaftigkeit, gepaart mit lauterem Charakter und eiserner Energie, kennzeichnen ihn als einen der bedeutendsten Pfarrer in der Vergangenheit. Er war am 30. September 1730 in Thaleischweiler geboren, starb am 3. April 1797 und wurde im Friedhof bei der Kirche begraben.

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